Was für Piercing-Arten gibt es?

Augenbrauenpiercing

Das Augenbrauenpiercing ist ein sogenanntes Oberflächenpiercing. Gestochen wird durch das dünne Fleisch unter der Augenbraue, aber über den Augenlidern, und zwar am äusseren Ende der Braue. Es ist möglich das Augenbraunepiercing horizontal sowie auch vertikal zu stechen. Bevorzugt wird das vertikale Verfahren. Als Schmuck wird meistens ein Barbell, Curved Barbell oder ein Ball Closure Ring verwendet. Wie beim Bauchnabelpiercing besteht auch hier die Möglichkeit, dass das Augenbraunepiercing aus der Haut herauswächst.
Heilungsdauer:
Die Heilung dauert etwa vier bis acht Wochen. Wichtig ist das wärend dieser Zeit kein Make-up in den Stichkanal gelangt.


Barbell

Als Barbell wird ein geraden Stab (Bar) mit jeweils einer Schraubkugel an den beiden Enden bezeichnet. Der Stab kann jedoch auch gebogen sein (Curved Barbell). Meistens wirde Stahl oder auch Titan verwendet. Eine Alternative für Allergiker empfiehlt sich auch der Einsatz von PTFE-Matrial. Dieses ist zudem beweglich und ist auch in der Schwangerschaft zu empfehlen.Barbells werden beispielsweise bei Brustwarzenpiercings oder Augenbrauenpiercings getragen. Ein bananenförmiges Barbell wird auch häufig als Bauchpiercing eingesetzt.


Bauchnabelpiercing

Das meist verbreiteste Piercing ist das Bauchnabelpiercing. Es wird von oben durch die Haut am Nabelrand gestochen und sitzt vertikal.
Der Bauchnabel liegt an einer Stelle, der durch Bewegen, Bücken, Sitzen und die daran reibene Kleidung sehr stark beansprucht wird. Deshalb bedarf das Bauchnabelpiercing in der Heilungsphase intensive Pflege. Nicht selten kann es auch zu Infektionekann kommen weil enge Kleidung, mangelnde Luftzufuhr und Gürtelschnallen die Heilung behindern. Zudem kann das Piercing seine Position verändern oder herauswachsen. Letzteres kann im Übringen auch passieren, wenn am Bauchnabel zu wenig Haut vorhanden ist. 
Heilungsdauer:
Das Bauchnabelpiercing heilt in der Regel innerhalb von drei bis sechs Wochen ab, abhängig von der Belastung durch den Träger.


Bridge Piercing

Wer der Ansicht ist, ein Nasenflügelpiercing trage inzwischen jeder, kann sich auch über dem Nasenbein, zwischen den Augen piercen lassen. Gemeint ist die Hautfalte am oberen Ende des Nasenrückens. Das Bridge Piercing zu stechen ist nicht ganz unproblematisch, Voraussetzung ist ein Piercer der Erfahrung hat. Wichtig ist, dass die Platzierung auf das Gesicht abgestimmt ist und der Piercer keine Nerven verletzt. Eine Lähmung könnte dabei die Folge sein. Offenbar gibt es in der Schweiz gewisse Piercingstudios die sich weigern diesen Schmuck zu stechen.
Heilungsdauer:
Das Bridge Piercing heilt innerhalb von fünf bis acht Wochen ab.


Brustwarzenpiercing

Ein Barbell wird beim Brustwarzenpiercing waagerecht, senkrecht oder diagonal durch die Brustwarze oder durch das Fleisch hinter der Brustwarze gestochen. Das entscheidet sich je nach Ausprägung der Brustwarze. So oder so kann sich die Position des Piercings mit der Zeit leicht verändern. Herauswachsen sollte es aber bei einer fachgerechten Anbringung nicht. Oftmals wählt der Piercer für den Ersteinsatz bei einem Brustwarzenpiercing eine vergleichsweisen dicken Stift. Ein zu dünner Schmuck kann Probleme während der Heilungsprozesses verursachen. Am häufigsten tragen Männer und Frauen ein waagerechtes Brustwarzenpiercing. Andere setzen sich anstatt des Barbells einen Ring (Ball Closure Ring) oder ein Nippel Shield ein.
Brustwarzenpiercings bei Frauen stellen für das Stillen kein Problem dar, da nur wenige der zahlreichen Milchkanäle zerstört werden. Es wird jedoch empfohlen, das Piercing im sechsten Monat der Schwangerschaft zu entfernen und nach der Abstillzeit wieder einzusetzten. Unter Umständen muss dann erneut gestoche werden. Wie bei allen Piercings, müssen beim Stechen die hygienischen Voraussetzungen erfüllt sein. So ist das Risiko verhältnismässig gering.
Heilungsdauer:
Ein Brustwarzenpiercing heilt innerhalb von sechs bis zwölf Monaten ab.


Tragus Piercing

Das Tragus Piercing wird am kleinen und dickeren Knorbelgewebe am Eingang des Gehörgangs in der Ohrmuschel gestochen. Diese Piercingart ist nicht ganz unproblematisch, denn der Ohrknorpel ist sehr empfindlich. Das Piercen am Tragus ist eines der schmerzhaftesten überhaubt. Die Wundheilung dauert dementsprechend lange. Häufig enzündet sich der Knropel und dies führt zu schmerzhaften Komplikationen. Beim Erstschmuck wird oftmals anstelle eines Ringes auch ein Stecker mit Überlänge verwendet, dies um die Belastung des Knorpelgewebes möglichst klein zu halten.
Heilungsdauer:
Das Tragus Piercing heilt zwischen drei und sechs Monaten ab.


Daith Piercing

Beim Daith Piercing folgt man dem Verlauf der Ohrmuschel vom Ohrläppchen unten nach oben bis hin zu den Ausläufern der Ohrmuschelwölbung, wo man zur Knorpelbrücke im Inneren der Ohrmuschel gelangt. Dort wird das Daith Piercing gestochen oder auch zum Teil gepuncht. Auf Grund der besonderen kleinen und engen Stelle sollte sich nur ein erfahrener Piercer daran wagen.
Heilungsdauer:
Das Daith Piercing heilt zwischen vier Wochen und vier Monaten ab.


Helix Piercing

Das Helix Piercing wird am äusseren Knorpelrand der Ohres gestochen. Was bedeutet, man kann es vom normalen Ohrring im Ohrläppchen hinauf bis zum Knorpelrand tragen, wo das Daith Piercing gestochen wird. Das Piercen an dieser Stelle kann eine sehr schmerzhafte Angelegenheit sein. Als Alternative zum Stechen kann das Piercing auch gepuncht werden. Dabei wird das Knorpelgewebe entfernt, wodurch Druckschmerzen verringert oder ganz ausbleiben. Zudem wird meist auch die Heilungsdauer verkürzt. Als weitere Variation werden oftmals zwei sich gegenüberliegende Helix Piercings mit einem Barbell verbunden (Industrial Piercing). Meistens wird aber als Schmuck ein Ball Closure Ring mit einer Materialstärke vom 1.6mm oder ein Labret-Stecker getragen. Für den Ersteinsatz wird auch häufig ein Barbell empfohlen.
Heilungsdauer:
Das Helix Piercing benötigt etwa drei bis sechs Monate zur Heillung.


Industrial Piercing

Das Industrial Piercing oder auch Scaffold Piercing genannt, ist ein langer Stab (Barbell), der durch zwei Helix Piercinglöcher im oberen Bereich des Ohres führt. Piercer bieten verschiedene Vorgehensweise an. Manche stechen gleich zwei Löcher und setzen den Schmuck ein, andere beginnen mit einem einfachen Helix, um nach Abheilung herauszufinden, zu welcher Gegenstelle im Knorpel der Stichkanal führt. Dort wird dann das zweite Helix gestochen, um die beiden Piercinglöcher miteinander zu verbinden.
Heilungsdauer:
Das Industrial Piercing braucht zur Heilung etwa drei bis sechs Monate, wenn es gestochen wird. Wird gepuncht, zwei bis viel Wochen.


Labret Piercing

Als Labret Piercing wird in der Regel jeder Schmuck an den Lippen bezeichnet. Allerdings befindet sich ein Labret Piercing meistens um den seitlichen, mittleren Bereich unter der Unterlippe. Letzteres wird oft in der Mitte zwischen Unterlippe und Kinn angebracht. Zu beachten gilt, dass der Schmuck durch Reibung das Zahnfleisch zurückbilden kann. Im schlimmsten Fall ist mit einem Zahnausfall zu rechnen.
Heilungsdauer:
Die Heilungszeit des Labret Piercings beläuft sich auf rund fünf Wochen. In der Zeit sollte die Wunde regelmässig mit Kamille gepflegt werden.


Lippenpiercing

Gewöhnlich wird als Lippenpiercing der einfach zu stechende Ring (Ball Closure Ring) bezeichnet, der seitlich an den Lippen getragen wird. Ein Lippenpiercing kann aber auch als generelle Bezeichnung aller Piercings im Bereich der Lippen betrachtet werden. Labret-, Madison-, Medusa und Madonna-Piercing gehören auch zu den Lippenpiercings. Auch hier gilt es zu beachten, dass sich duch die Reibung des Schmucks das Zahnfleisch zurückbilden kann. Als Zahnfleischschonende empfehlen wir ein Lippenpiercings aus Bioflex zu verwenden.
Heilungsdauer:
Die Heilungsdauer bei Lippenpiercings beträgt etwa fünf bis acht Wochen.


Madison

Als Madison bezeichnet man ein Piercing am Halsansatz. Die Haut wird dort durchstochen und heilt in der Regel relativ schnell.


Madonna Piercing

Als Madonna Piercing, auch Marilyn Piercing oder Monroe Piercing genannt, bezeichnet man den Labret Stud, der seitlich der Oberlippe getragen wird. Das Piercing ist unproblematisch, allerdings kann das Piercing den ein oder anderen beim Küssen stören. Der Name stammt vom Schönheitsfleck sowohl der berühmten amerikanischen Sängerin Madonna als auch der legendären Hollywood-Diva Marilyn Monroe.
Heilung:
Die Heilungszeit der Madonna Piercings beträgt etwa fünf bis acht Wochen.


Medusa Piercing

Das Medusa Piercing, auch Philtrum Piercing genannt, ist eine Variation des Labret Piercings und wird in der Mitte oberhalb des Mundes, unterhalb der Nasenspitze gestochen. Als Schmuck wird ein Labret Stud getragen.
Heilung:
Die Heilungszeit des Medusa Piercings beträgt etwa fünf bis acht Wochen.


Nailpiercing

Das wohl schmerzloseste Piercing ist das Nailpiercing. Statt durch Hautstellen wird das Loch einfach durch eine lang gewachsenen Fingernagel gestochen, durch das ein kleiner Ring geführt wird.


Nasenpiercing

Der Nasenstecker, auch Nostril Piercing oder Nasenwandpiercing genannt, gehört neben dem Ohrring und dem Bauchnabelpiercing zu den heute etabliertesten Piercings. Er wird entweder durch den linken oder rechten Nasenflügel gestochen. Wichtig bei der Wahl der Piercers ist, dass dieser den Nasenstecker nicht mit der gewöhnlichen Ohrlochpistole sticht. Denn der Bolzen der Ohrlochpistole ist wie der Name schon sagt ausschliesslich für das Ohrloch konstruiert und nicht für das harte Gewebe der Nase. Da die Nasenschleimhäute gut durchblutet sind, wachsen die Piercinglöcher bei Entfernung schnell wieder zu.
Heilung:
Das Nasenpiercing heilt in der Regel innerhalb von drei bis vier Wochen.


Nauche Piercing

Das Nauche Piercing ist ein Oberflächenpiercing. Es wird horizontal im oberen Bereich des Genicks angebracht. Nur die Haut wird durchstochen, was recht unkompliziert ist. Da die Nackenpartie allerdings vielen Kopfbewegungen unterworfen ist, kann sich die Heilungszeit hinziehen.
Heilung:
Bis das Nauche Piercing abgeheilt ist, vergeht meist ein Monat oder länger.


Schwangerschaftspiercing

Bei Schwangerschaftspiercings sollten, anders als bei normalen Piercings, der Stab flexibel und weich sein. Somit sind Materialien wie Chirurgenstahl und Titan ungeeignet. In der Schwangerschaft kommen Materialien wie PTFE und Bioflex zum Einsatz. Diese Materialien sind wie bereits beschrieben Kunststoffe, welche biegsam und absolut Hautverträglich sind. Sie sind nicht nur in der Schwangerschaft interessant, sondern genauso bei Allergiker.


Septum Piercing

Das Septum Piercing, auch Nasenscheidewandpiercing genannt, ist nicht ohne. Da die Nasenscheidewand nämlich grösstenteils aus festen Knorpel besteht, ist das Piercing im Vergleich zu anderen Piercings sehr schmerzhaft.
Heilung:
Die Heilungszeit ist bei einem Nasenscheidenwandpiercing sehr lang. Zwischen zwei und vier Monaten sollte man zweimal täglich mit einem Wunddesinfikationsmittel die Piercingausgänge reinigen.


Targus Piercing

Als Targus bezeichnet man das Piercing durch das Knorpelgewebe direkt vor dem Gehörgang, also den Knorpellappen, der das Ohr mit dem Kopf verbindet. Im Gegensatz zum Ohrring wird der Targus nicht mit einer Ohrlochpistole durchstochen, denn die ist nur für weiches Gewebe zulässig. Verletzungen beziehungsweise Piercingwunden heilen dort dementsprechend lange. Nur erfahrene Piercer sollten den Targus durchstechen, denn in seiner Nähe verlaufen einige Hauptnervenbahnen zum Gehirn.
Heilung:
Das Targus Piercing benötigt etwa zehn Monate zur Heilung


Umgekehrter Prinz Albert

Unter einem umgekehrten Prinz Albert (auch Prinz Albert Revers genannt) versteht man das Piercing vom Vorhautbändchen zur Harnröhrenöffnung.
Heilung:
Die Heilungszeit der Prinz Albert Revers braucht etwa vier bis sechs Monate.